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  • Andy B.

Newfoundland-Labrador/Québec/Ontario/Manitoba

Wie die Zeit vergeht, oder besser verfliegt. Seit dem letzten Beitrag ist soviel Landschaft vorbeigezogen, soviele neue Eindrücke entstanden, soviel Weg hinter uns.




Der Nationalpark "Gros Morne" hat unsere, von Kanadiern heraufbeschworenen Erwartungen mehr als erfüllt. Landschaftlich so anders als der "Rest" von Newfoundland überraschte uns die Gegend mit einem weitläufigen und interessanten Wandergebiet. Den Gros Morne durften und konnten wir nicht besteigen, nur bis zum Einstieg wandern. Einerseits aus Wildtierschutzgründen und anderseits weil schlicht noch zuviel Schnee lag. Es ist eine empfehlenswerte Destination mit einem sehr anspruchvollen Hike, weil steil und 8Std lang!!

Gros Morne N.P.



Der Beginn allen Lebens auf Erden kann in versteinerter Form an dieser Küste angeschaut werden. Solche Thromboliten gibt es nur hier und in West-Australien zu sehen.



Ganz im Norden der Northern-Peninsula von Newfoundland erwarten den geneigten Besucher die Vikinger. In L'Anse aux Meadows sollen vor über 1'000 Jahren die Nordmänner unter der Führung von Leif Eiriksson die "neue Welt", also Vinland, als erste Europäer betreten haben. Das Museum und der Teil-Nachbau der Siedlung waren zwar noch geschlossen, dennoch ist die Umgebung wunderschön und lädt zum Verweilen ein.


L'Anse aux Meadows



Labrador ist weit, ist gross, die Strecken sind lang. Landschaftlich nicht sehr abwechslungsreich, dennoch finden wir dieses riesige Gebiet spannend. Das Wetter hat das seine ebenfalls dazu beigetragen. Bei trockenen Wetter sind wir vom Trans-Labrador-HWY rechts in die staubige Piste nach Cartwright abgebogen. Diese Ortschaft markiert auch gleich den nordöstlichst anfahrbaren Punkt von Kanadafestland. Allerdings gibt es nicht viel zu sehen. Wir mischten uns unter die Einheimischen und assen in einer Kneipe sehr Fettiges zum Abend


Anderntags sind wir dieselben 92 km bis zur Junction Trans-Labrador-HWY bei 15cm Schnee und Sand-Kies-Schneematschgemisch zurückgefahren. Auf der Strecke nach Goose Bay-Happy-Valley war gleich nochmals 30km Baustelle bis zur befestigen Strasse zu befahren.


Je westlicher wir kommen desto besser wird das Wetter.


Wie bereits oben beschrieben, sind die Distanzen gross. Zwischen den drei "Städten" Goose-Bay/Happy-Valley, Churchill Falls und Labrador City gibt es keine Tankstelle, keine Ortschaft, keine Siedlung sondern nur sehr sehr sehr vereinzelt Zeichen von indigener Bevölkerung.


Labrador und Teile von Québec sind von zwei markanten Industrien geprägt: Bergbau und Stromproduktion

Labrador City (der Pneu hinter Monika hat fast 4m Durchmesser)


Churchill Falls (der Fluss wird weiter oben gestaut, sonst wäre hier ein Fluss mit riesigem Wasserfall)


Churchill Falls (unter diesen Drähten ist die 2.grösste Stromproduktionskaverne der Welt)


Tagbau in der Nähe von Fermont



Streckenabschnitt beim Reservoir Manicougan. Der See entstand nur wegen der Staumauer Manic-5.



Zwei Besonderheiten sind dazu zu vermerken: Die Insel im See ist grösser als der See und Kreisrund wurde er nur wegen einem Meteoriteneinschlag vor 214 Mio Jahren. https://en.wikipedia.org/wiki/Manicouagan_Reservoir

Manic-5 (das Wasser wird anschliessend gleich weitere 4x zur Stromproduktion verwendet)


Innerhalb von wenigen Stunden sind wir vom Winter in den Sommer gefahren. Am St. Lawrence River angekommen war es über 20°C und wir genossen den Apéro vor der Microbrasserie in Baie Comeau.


Um den grossen Städten Québec, Montreal und Ottawa etwas aus dem Weg zu gehen, sind wir in Tadoussac zuerst nach Westen und später erneut nach Norden abgebogen.Via Chibougamau, eine Bergwerkstadt (Eisenerz), Val D'Or (Gold) und Timmins (ebenfalls Gold) gelangten wir nach Wawa (ehemalige Erzstadt) an den Lake Superior.

In rascher Folge sind wir durch die Provinzen Québec, Ontario, Manitoba, Saskatchewan bis nach Calgary in Alberta gefahren. Die Prärie, beginnend westlich von Kenora (Ontario), hat uns besonders fasziniert. Die Weite, die immense Grösse der Flächen, der 180°-Himmel in alle Richtungen, aber auch Hitze und Gewitter, wie auch die schiere Länge des steten Geradeausfahrens - das alles ist eine Augenweide für uns.







Nun sind wir in Calgary am anderen Ende der Prärie angelangt. Hinter uns beginnen die Berge der Rocky Mountain. Wir freuen uns auf die Erkundung zweier Nationalpärke in der Nähe und beginnen danach erneut uns nach Norden zu richten - British Columbia, Yukon, Northern Territories und Alaska.



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