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  • Andy B.

Nordwest USA bis Salt Lake City

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Bellingham und Mount Baker

In Bellingham, einer grösseren Hafenstadt an der Nordwestküste der USA, haben wir im Vorfeld mit einer grösseren Firma, die Reparaturen auch an Lastwagen macht, telefoniert. Der Mechaniker meint, er könne die gebrochene gegen eine neue Feder ersetzen. Wir haben ja das Ersatzteil aus Deutschland bestellt und dieses ist in Bellingham angekommen. Am Freitagnachmittag fahren wir bei ebendieser Firma vor, damit der Mechaniker einen Blick auf das "Operationsfeld" werfen kann. Seine Augen glänzen, als er Nelson sieht: "what an exotic machine". Er meint nach der Besprechung mit Andy, das sei kein Problem und der Termin für den Montagmorgen wird definitiv abgemacht.


Das sonnige und warme Wochenende verbringen wir auf dem Parkplatz zu den Wanderwegen beim Mount Baker (3'288 müM), einem erloschenen Vulkan der 1880 zum letzten Mal ausbrach. Der schöne weisse Berg ist aber weit weg, die Sicht darauf jedoch fantastisch. Eigentlich ist auf dem Parkplatz campieren verboten, aber so viele machen es trotzdem – wir auch.

Herbstfarben begleiten uns auf der Wanderung

Unsere Strategie für diese 2 Bergtage ist so ausgerichtet, dass wir die anstrengendere Bergwanderung am 1. Tag, die leichtere am Sonntag machen werden, wollen wir doch noch am Sonntag nach Bellingham zurückfahren. Am nächsten Morgen sehen wir den Sonnenaufgang und wenig später marschieren wir gut gelaunt und ausgerüstet los. An diesem Samstag nehmen wir den Hike, der zum Fusse des Berges führt. Wir müssen den gleichen Weg zurück wandern, das betrachten wir aber als "Perspektivenwechsel".

Am 2. Tag beginnen wir auf dem gleichen Weg, nehmen aber nach 45 Minuten Marschzeit den Abzweiger rechts zu den Seen, die Chain Lakes heissen. Dies ist ein Rundweg und wir hätten nie gedacht, dass diese Wanderung so viel anstrengender als jene am Vortag sein wird.

Der letzte Aufstieg zum Parkplatz bringt uns an unsere physische Grenze. Wir haben uns grandios verschätzt. Die Genugtuung es dann doch noch geschafft zu haben ist umso grösser. Gegen Abend fahren wir nach Bellingham zurück.


Sehr früh geht es am Montagmorgen zum Mechaniker. Dieser gibt sich alle erdenkliche Mühe, aber da er das nötige Werkzeug, bzw. die Einrichtung um Nelson hoch genug zu heben, nicht hat, muss das Auswechseln der Feder abgesagt werden. Er hat den Federweg komplett unterschätzt. Wir können fahren, denn die alte Feder ist noch drin und sie ist nur am allerobersten Ring gebrochen.




Yellowstone und Grand Teton National Park

Wir wollen zum Yellowstone National Park, bevor der Park für den Winter geschlossen wird. Dazu durchqueren wir zügig Washington State und Idaho von West nach Ost und in Montana angekommen halten wir südwärts. Es geht von den Wäldern der Westküste zu den grossen Farmen in Montana. Die Landschaft wechselt das Gesicht und der Himmel wird offener. Wir sind in der Prärie und die gefällt uns sehr. Wir lieben offene, karge und weite Landschaften.



Der Yellowstone NP gehört zu den meist besuchten National Parks in den USA und er ist der Älteste. Wir sind anfangs Oktober dort. Gerade noch rechtzeitig, bevor der Park schliesst. Der Nord - und Nordost Eingang des Parks sind immer noch geschlossen, weil es dort im Juni 2022 heftige Unwetter mit Überschwemmungen gab.


Als Ausgangspunkt wählen wir die Ortschaft West Yellowstone um den Park 3 Tage lang zu erkunden. Wie in allen National Parks darf man innerhalb des Parks, ausser auf den offiziellen Campingplätzen, nicht übernachten. Nur zwei Campingplätze haben nach dem Labourday noch geöffnet. Madison ist ausgebucht und Lewis Lake zu weit im Süden des Park. Den nutzten wir aber am Schluss des dritten Tages auf dem Weg nach Grand Teton NP.


Der Park ist verkehrstechnisch in einen Nord- und einen Südloop unterteilt. Ein Loop, ohne Stichstrassen, ist ca. 250-300 Km lang. Unbedingt möchten wir den Grand Prismatic Spring von oben sehen. Nur von dort sieht man, wie ausserordentlich farbig er ist. Nebst dem Prismatic gibt es hunderte andere Springs, Pools, Mud Pots und Geysire. Und alle, wirklich alle, sind einmalig schön. Aber der Gedanke, dass unter der Erdoberfläche alles in Bewegung und extrem heiss ist und Yellowstone jederzeit explodieren könnte, begleitet einem immer. Es ist ja so sichtbar wie fragil der Untergrund ist. Überall dampft es aus dem Boden raus.



Am 3. Tag führt uns dann der Weg zum südlichen Ausgang des Parks, wo schon der nächste National Park uns erwartet: Der Grand Teton. Er ist ganz anders als Yellowstone, bestehend aus Bergen, Gletscher, Gewässer und Ebenen. Auf diesen grasen riesige wilde Bison Herden. Den wilden Westen kann man erahnen. Es ist ein weiteres Highlight auf unserer Tour.

Sonnenuntergang von unserem Stellplatz aus

...und am anderen Morgen

Parkeingang in Jackson Hole


Auf dem Weg südwärts Richtung Salt Lake City besuchten wir ein kleines aber sehr informatives Museum im Fossil Bute National Monument, in der Nähe von Kemmerer im Südwesten von Wyoming. Eine exquisite Auswahl von paäntologischen Ausstellungsgegenständen ist hier zu sehen.



Salt Lake City (SLC)

Monika war mit dem Greyhoundbus schon einmal da in den 80igern, Monika und Andy waren zusammen mit einer Cessna ebenfalls schon einmal da in den 90iger. Aber wir erkennen die Stadt nicht mehr. Mittlerweile hat sie sich alle Vororte einverleibt und ist ein riesiger Moloch geworden.

Wir „stranden“ auf dem Weg nach Süden in SLC, weil notwendige Reparaturen am Nelson anstehen. Die Organisation und die Terminierung mit den Garagen beansprucht Zeit, aber mit den veranschlagten 6 Tage Wartezeit können wir leben. Allerdings stellen wir schnell fest, dass SLC touristisch nicht viel zu bieten hat und am Sonntag zudem die meisten Läden zu sind. Sonntag ist für die Mormonen offensichtlich immer noch ein heiliger Feiertag. Wir hatten den Eindruck, wie wenn ein Deckel über der Stadt die Stimmung drückt; es fehlt an Ausdruck von Lebensfreude und Esprit. Pech für uns, dass wegen Bauarbeiten einige Sehenswürdigkeiten rund um den Tabernakel gesperrt sind.

Einen Besuch wert ist das Kongresszentrum, dessen Saal 21’200 Leuten Platz bietet und von sehr jungen, ausschliesslich weiblichen Missionarinnen aus der ganzen Welt, den Touristen erklärt wird. Die Grösse ist wirklich beeindruckend. Uns hat es erstaunt zu erfahren, dass der Saal nur 2x im Jahr so richtig voll ausgelastet ist, ansonsten kaum Veranstaltungen darin stattfinden sollen. Beide Male sind es religiöse Veranstaltungen der Mormonen.


Das Capitol auf dem Hügel, das für alle offen ist, gab uns einen Einblick in das politische System. Utah war einst ein progressiver Staat. In SLC scheint heute religiöser Fundamtalismus zu herrschen. Wie schon erwähnt, als Stadt hat SLC touristisch kaum etwas zu bieten, was uns Lebensfreude vermitteln würde. – Ob da ein Zusammenhang besteht? Um objekiver zu urteilen, müssten wir selbstverständlich länger dort verweilen.

Die meiste Zeit haben wir am Samstag im spannenden Ahnenforschungsinstitut verbracht, auf der elektronischen Spurensuche von Monikas Grossmutter, die als Kind in die USA eingewandert ist.



An darauf folgenden Dienstag wurde die Frontscheibe, die durch 4 Einschlägen von Steinen in ein spinnennetzartiges Etwas verwandelt worden ist, ausgetauscht. Obwohl wir wie verabredet pünktlich um 08:00 Uhr eingecheckt haben, haben wir sehr lange gewartet, gebibbert und gebangt, ob die Arbeit heute auch noch fertig wird. Am Schluss klappte es doch noch und wir blicken nun wieder ungehindert durch eine leicht getönte Scheibe.

12:30 Uhr alte Scheibe raus

13:30 Uhr Zuschnitt neue Scheibe

18:30 Uhr neue Scheibe ist eingesetzt


Einen Tag später wurde die gebrochene Feder an der Hinterachse ausgetauscht. Die beiden Mechaniker waren professionell und sehr schnell. Wir waren überrascht, hatten wir uns doch, wegen der am Vortag gemachten Erfahrung, auch wieder auf lange Wartezeiten eingestellt.



Umso grösser war die Erleichterung, SLC nun verlassen zu können.

Wir machen uns subito auf den Weg in Richtung unserer Lieblings Nationalpärke: Canyonlands - und Arches NP.




For our English speaking friends:

Summery

We organized ahead of time to have our broken spring coil replaced in Bellingham, Washington State. A replacing spring was sent from Germany by UPS to Bellingham and we picked it up. We even passed the garage to show the task to the mechanic. He, a very sympathetic man, saw no problem in doing the job. We got an appointment for the coming Monday. But then it turned out, that he underestimated the work and his garage was not equipped with the right tools. No anger, the status was as before and we still could drive.


The weekend (while waiting for the job to be done on Monday) we spent on a parking lot, up by Mount Baker, an extinct volcano (last eruption 1880 and now elev. 10'781 ft ). That place was recommended by the garage staff. We hiked each day 5-6 hours. On Saturday we hiked to the foot of Mount Baker and back. It was a fantastic hike. On Sunday we hiked to the various lakes. This was a hiking loop and turned out to be much harder than the other. The last ascend, back to the parking lot, the hot sun burning down on us, was so wearing. We really got to our physical limits and only made it with pure mental will power. Afterwards it felt good, yet we need a few hours to recouperate.


From Washington State we drove through Idaho and lovely Montana and reached the entrance to the Yellowstone National Park. We took the entrance at the village West Yellowstone, since the north and the northeast entrances were still closed, due to landslides in early spring 2022. The campground in the park which was still open, was full and this meant we had to go in and out the park every day.There is a northern and a southern loop, each about 250 kays long. Along the way you stop for springs, mud pools and geysers. The steam is visible everywhere. To have the best view on the Grand Prismatic Spring we hiked up a hill. Only from this outlook, one can see its incredible colors. Knowing underneath the surface the earth is moving and extremely hot, makes us shiver. One day, there might be a huge explosion, and this wonder will be destroyed.

The exit in the south leads with almost no interruption to the next National Park: Grand Teton.

It’s completely different from Yellowstone, yet very beautiful as well. There are mountains, glaciers, lakes, rivers and flats. If one is lucky, and we were, you get to see wild herds of Bisons or American Buffalos. It’s the wild west at his best. This is another great highlight of our travel.


Monika was in Salt Lake City in the eighties. Together we visited SLC in the nineties. Because of repairs on Nelson, we chose to have it done there. A big town always helps in order to get the material needed. It took a while to organize and to set up a time limit for the repairs. It meant to wait for 6 days, until the first appointment.


We don’t recognize the city anymore. It is a huge monster, since it merged with all the surrounding suburbs.

Unfortunately SLC has not a lot to offer for tourists, especially if the buildings around the tabernacle are closed, because of renovations. The center is dead not only on Sundays and the whole town seemed to be without any life. Our impression: No joy nor esprit in this place.


Worth a visit is the convention center. The big hall seats 21’000 people. Apparently, so we were told, it fills up only twice a year, when the mormons hold a religious event. The size of the space is impressing though. Very young female missionaries from all over the world encounter you all he time and offer their help in case of questions. We had some nice chats about their whereabouts.


The Capitol on the hill is open for everybody and explains the political system with exhibitions. Once, Utah was a very progressive state. The women’s rights movement was strong in 1870.


We spent much time in the genealogy research center. We searched for Monikas grandmother, who emigrated as a child to America. 10 Years later she returned to Switzerland.


The first repair, replacing the front windscreen, took ages and we were worried it won’t be done on the same day. But at 6:30PM, after a final effort of the 2 workers, we could leave the garage.

The next day it was planed to replace the broken spring coil. Again we had an appointment at 8AM. Due to the delays of the day before, we expected another day of boring hours of waiting. But the mechanics were very nimble, professional and fixed it within half an hour. That came as a surprise and made us really happy.

Soon after, we left SLC and headed towards our favorite National Parks „Canyonlands" - and „Arches“.




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